Solidarische Ökonomie im Alltag

Geschrieben von Christoph Ecken.

Was kann eine solidarische Ökonomie bewirken?


Es brennt weltweit. Die Flüchtlingsdramen im Mittelmeer und Gesamteuropa, die immer dringlicher werdenden Warnmeldungen der Ökologen und die wiederholten Hinweise vieler Ökonomen auf die nächste Finanzkrise lassen kaum noch Zweifel zu. Wir wiegen uns in falscher Sicherheit, wenn wir meinen, es werde sich schon alles von alleine einrenken.

Wir stellen uns die Frage, wie Wirtschaft und wie Gesellschaft aussehen muss, dass die Wirtschaft wieder dem Menschen dient – und nicht umgekehrt die Menschen der Wirtschaft.

Die Ideen der Solidarischen Ökonomie
Solidarische Ökonomie ist eine Wirtschaftsweise, die Wirtschaften nicht als Konkurrenz, sondern als kooperativen Prozess zum Nutzen der ganzen Gesellschaft gestalten will. Dies setzt selbstverständlich voraus, dass wirtschaftliche Prozesse sich an grundlegenden Werten wie die Einhaltung der Menschenrechte und der Pflege und Erhaltung der Natur orientieren. Dieser Anspruch ist der Ausgangspunkt für den programmatischen Begriff „Solidarisch“ im Konzept der „Solidarischen Ökonomie“.

Viele, die sich für die Idee einer Solidarischen Ökonomie engagieren, sind oder waren in anderen sozialen Bewegungen aktiv, etwa in der Genossenschaftsbewegung, dem konziliaren Prozess, den die Kirchen 1983 in Vancouver ins Leben gerufenen haben, um sich weltweit für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Wurzeln finden sich aber genau so in der Umwelt- und Friedensbewegung, der großen Bewegung der Globalisierungskritiker im Umfeld von attac und im Widerstand vieler Bürgerinnen und Bürger aus der ehemaligen DDR.

Europäisches Projekt "SOLID" - Solidarische Ökonomie erfolgreich lernen
Im August 2013 startete das KAB-Institut kifas als initiierende und koordinierende Einrichtung zusammen mit Partnerorganisationen aus Belgien, Italien, Österreich und Tschechien das Projekt SOLID – Solidarische Ökonomie erfolgreich lernen, Themen, Thesen, Tools.

Das Projekt will die Perspektiven der solidarischen Ökonomie für eine Verbesserung der Lebensqualität der Bürger und für mehr aktive Bürgerbeteiligung aufzeigen und deutlich machen, welchen Beitrag dazu die Erwachsenenbildung leisten kann.

Das Hauptziel ist, die Chancen der allgemeinen Erwachsenenbildung, vor allem der Citizenship Education, für erfolgreiche Lernprozesse der solidarischen Ökonomie zu nutzen.

Im Projekt SOLID entstand eine sehr schöne Präsentation, die Aufschluss auf die vielseitigen Möglichkeiten und schon bestehenden Projekte innerhalb der Solidarischen Ökonomie gibt (zur Präsentation "Prezi" - bitte hier klicken).
Eine genaue Projektbeschreibung und eine Broschüre mit zahlreichen Beispielen aus der aktuellen Solidarischen Ökonomie gibt es hier (zum Öffnen der Seite bitte hier klicken). Die Broschüre kann auf dieser Seite in drei Teilen heruntergeladen werden.


Kurt Sommer und Bettina Bräuer
Die Akademie Solidarische Akademie hat in einer kleinen Reihe dokumentiert, welchen Blick Tischlermeister Kurt Sommer aus Lauenburg auf das gegenwärtige Wirtschaftssystem hat, und wir haben außerdem bei der alleinerziehenden Bettina Bräuer aus dem Osten der Republik vorbeigeschaut, die im Osten der Republik wohnt – und auf Hartz IV verzichtet, obwohl ihr das zustehen würde.

Aus diesen Alltagsbetrachtungen auf Leben und Arbeit von Kurt und Bettina ist eine Serie mit neun Kapiteln entstanden, die einen zeitgemäßen Einblick in unser Wirtschaftssystem gestattet - natürlich aus dem Blickwinkel der Solidarischen Ökonomie. Sie zeigt auf, was dieses Wirtschaften mit uns, den Menschen macht – und gibt zugleich Anhaltspunkte, wie ein neues, ein anderes Wirtschaftssystem nicht nur die Wirtschaft, sondern auch unsere Lebensbedingungen verändern könnte.

Zu allen Kapiteln und damit zu allen Ebenen der Wirtschaft - vom Eigentum bis zur Verantwortung gegenüber der Natur - hat die Akademie weiterführende Texte verfasst und Konzepte erarbeitet. Sie finden sich - konzentriert und übersichtlich nach Themen geordnet - in der Rubrik "Themen" auf dieser Internetseite (hier klicken). So kann die von der Akademie wahrgenommene Realität mit der Idee einer - hoffentlich - besseren Wirtschaft, der Solidarischen Ökonomie, verglichen werden. 

 

Eine Artikelserie von Norbert Bernholt
(Redaktion: Christoph Ecken)

Einleitung (zum Herunterladen hier klicken)
Teil 1) Arbeiten für das Gemeinwohl (zum Herunterladen hier klicken)
Teil 2) Warum gerät das Gemeinwohl beim Wirtschaften aus dem Blick (zum Herunterladen hier klicken)
Teil 3) Das Menschenbild – gibt des den Homo oeconomicus? (zum Herunterladen hier klicken)
Teil 4) Wirtschaften für das Gemeinwohl ist möglich (zum Herunterladen hier klicken)
Teil 5) Der andere Umgang mit Geld (zum Herunterladen hier klicken)
Teil 6) Wie wollen wir arbeiten? (zum Herunterladen hier klicken)
Teil 7) Warum sind unsere Zinsen so niedrig? Die Politik der Europäischen Zentralbank (zum Herunterladen hier klicken)
Teil 8) In einer globalisierten Welt die Region stärken (zum Herunterladen hier klicken)
Teil 9) Was wir selbst – schon jetzt – tun können (zum Herunterladen hier klicken)

Alle Serienteile in einem Dokument (zum Herunterladen hier klicken)