Kongress Berlin 2011

1.Kongress der Akademie Solidarische Ökonomie
Kapitalismus und dann?
Systemwandel und Perspektiven gesellschaftlicher Transformation

22. und 23. Oktober 2011, Berlin
Bartholomäusgemeinde / St.Petri – St. Mariengemeinde

Auf dem Podium (v.l.n.r.) Prof. Niko Paech, Christian Felber (Gemeinwohl-Ökonomie), Harald Bender (Akademie Solidarische Ökonomie), Silke Helfrich, Bernd Winkelmann (Akademie SÖ)

 

 

Kurzbericht
„Kapitalismus und dann“ – Entwürfe einer Wirtschaftsweise jenseits des Kapitalismus

Angesichts der täglichen Meldungen über Bürgerproteste in aller Welt gegen das herrschende Banken- und Finanzsystem konnte das Thema der Tagung kaum aktueller sein. Die Akademie beschäftigte sich allerdings schon seit 2008 intensiv mit dieser Thematik und hatte diese Tagung langfristig geplant, um mit Experten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern die bisherigen Ergebnisse der Akademie zu diskutieren. Der Anspruch, den die Akademie an ihre Arbeit gestellt hat, ist ambitioniert. Geht es doch darum, Entwürfe einer Wirtschaftsweise jenseits des Kapitalismus zu entwickeln, in denen nicht das individuelle Gewinnstreben, sondern die Bedürfnisse aller Menschen und ein nachhaltiger Umgang mit unserer Erde im Mittelpunkt stehen.

Als Experten alternativer Ökonomieansätze waren  Christian Felber, Vertreter der Gemeinwohlökonomie in Österreich, der Postwachstumsökonom Nico Paech, der Theologe und Begründer von Kairos Europa Ulrich Duchrow und Silke Helfrich, Expertin für Gemeingutökonomie eingeladen. An der Tagung nahmen gut 140 Interessierte und in vergleichbaren Gruppen Engagierte teil.

Zunächst stellten die Vertreter der Akademie die wichtigsten Ansätze und Handlungsfelder einer Solidarischen Ökonomie vor. Sie wurden anschließend in fünf Arbeitsgruppen diskutiert. Nach der Mittagspause nahmen die eingeladenen Experten Stellung zu den erarbeiten Entwürfen. Neben einigen kritischen Hinweisen schätzten sie, wie auch die meisten Teilnehmer der Tagung, die vorgelegten Arbeiten äußerst positiv ein, insbesondere den Versuch, die Gesamtschau einer Systemalternative zu entwerfen.

In verschiedenen Workshops arbeiteten Teilnehmer und Referenten intensiv an inhaltlichen Schlüsselfragen, z.B. an Entwürfen einer neuen Eigentums- und Finanzordnung, einer partizipatorischen Unternehmensverfassung, an Fragen einer Postwachstumsökonomie, an Strukturen einer Gemeinwohlökonomie und einer Gemeingütergesellschaft, sowie an theologischen Leitorientierungen und einem wünschenswerten Menschenbild.

Am Samstagmittag verabschiedeten die Teilnehmer mit großer Mehrheit eine „Berliner Erklärung zur Banken- und Finanzkrise“, die von einer kleinen Gruppe in die gerade laufende Demo vor dem Reichtag eingebracht wurde.

Am Sonntagvormittag erklärten die Mitglieder der Akademie einen Neustart der Akademie und luden die Kongress-Teilnehmer zur Mitarbeit in der Akademie ein. Etwa 50 TeilnehmerInnen erklärten sich zur Mitarbeit in der Akademie bereit.

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